Eine erfüllte Beziehung lässt sich nicht allein herstellen.
Du kannst Dich nach einem Menschen sehnen, mit dem Du Dein Leben teilen möchtest. Nach Nähe, Vertrauen und dem Gefühl, gemeinsam angekommen zu sein.
Vielleicht lebst Du bereits in einer Beziehung und wünschst Dir, einander wieder näherzukommen. Vielleicht fragst Du Dich, warum bestimmte Erfahrungen sich wiederholen. Oder ob Du nach einer Enttäuschung noch einmal vertrauen kannst.
All diese Wünsche haben mit Dir zu tun.
Aber keiner von ihnen betrifft nur Dich.
Denn Liebe wird dort zur Beziehung, wo ein anderer Mensch Dir begegnet.
Liebe ist kein Soloprojekt
Rund um Liebe und Beziehung begegnet uns häufig der Gedanke:
Liebe beginnt in Dir.
Darin kann etwas Wertvolles liegen. Wie Du Dich selbst siehst, was Du von einer Beziehung erwartest und wie Du Dich in ihr zeigst, kann Dein Erleben von Liebe beeinflussen.
Doch der Satz kann auch eine Last erzeugen, die nicht zu Dir gehört.
Eine Beziehung entsteht nicht allein aus der inneren Haltung eines Menschen. Sie entsteht zwischen zwei Menschen – mit ihren Gefühlen, Entscheidungen, Bedürfnissen und ihrer Bereitschaft, sich wirklich aufeinander einzulassen.
Du kannst Nähe anbieten. Aber Du kannst sie nicht allein herstellen.
Du kannst ehrlich sagen, was Dir wichtig ist. Aber Du kannst einen anderen Menschen nicht zwingen, Dir zuzuhören.
Du kannst vertrauen. Aber Verlässlichkeit entsteht erst, wenn auch der andere verlässlich handelt.
Und wenn ein Mensch Dich verletzt, belügt, abwertet oder verlässt, ist das kein Beweis dafür, dass Du Dich selbst nicht genug geliebt oder nicht richtig gedacht hast.
KERNIMPULS
Du kannst Deinen Teil einer Beziehung gestalten.
Den Teil des anderen kannst und musst Du nicht übernehmen.
Was zu Deiner Seite der Beziehung gehört
Auch wenn Du nicht für die ganze Beziehung verantwortlich bist, bringst Du etwas Eigenes in sie hinein.
Erfahrungen aus früheren Beziehungen können Spuren hinterlassen. Ebenso das, was Du über Liebe, Nähe und Deinen eigenen Platz in einer Beziehung gelernt hast.
Vielleicht sind daraus innere Sätze entstanden wie:
„Ich werde ohnehin verlassen.“
„Ich muss mich anpassen, um geliebt zu werden.“
„Meine Bedürfnisse sind zu viel.“
Solche Überzeugungen können beeinflussen, wie Du Dich in Beziehungen erlebst. Was Du aussprichst. Was Du zurückhältst. Was Du Dir wünschst – und was Du hinnimmst.
Sie bestimmen jedoch nicht zwangsläufig, was geschieht.
Und sie erklären erst recht nicht jedes Verhalten eines anderen Menschen.
Nach innen zu schauen bedeutet deshalb nicht, die Verantwortung für eine Beziehung vollständig bei Dir zu suchen. Es bedeutet, den Teil wiederzufinden, auf den Du tatsächlich Einfluss nehmen kannst.
Wie Affirmationen für Liebe und Beziehung Dich begleiten können
Eine Affirmation verändert nicht den anderen Menschen.
Sie kann jedoch etwas in Deiner eigenen inneren Ausgangslage verändern.
Ein ICH BIN-Satz kann einem Wissen über Dich Worte geben, das in einer Beziehung wichtig ist. Durch das wiederholte Hören kann dieses Wissen in Deinem Alltag wieder mehr Raum bekommen – in Deiner Wahrnehmung, Deinen Entscheidungen und Deinem Handeln.
Vielleicht bemerkst Du deutlicher, was Dir guttut.
Vielleicht traust Du Dich, einen Wunsch auszusprechen.
Vielleicht erkennst Du früher, wo Du Dich selbst verlässt.
Oder Du begegnest einem neuen Menschen nicht mehr nur aus der Angst vor einer weiteren Enttäuschung.
Eine Affirmation nimmt Dir keine Entscheidung ab. Aber sie kann Dich dabei begleiten, einer Beziehung von einem anderen inneren Ort aus zu begegnen.
Wie ein Satz auf diese Weise in Deinem Denken, Fühlen und Handeln mitwirken kann, erfährst Du im Artikel Wie Affirmationen wirken – und warum nicht jeder Satz jeden Menschen erreicht.
Derselbe Wunsch – drei unterschiedliche innere Ebenen
Der Wunsch nach einer erfüllten Beziehung kann bei verschiedenen Menschen etwas ganz Unterschiedliches berühren.
Ein Satz könnte lauten:
„ICH BIN offen für Liebe.“
Er beschreibt Deine innere Haltung: Wer bin ich in Bezug auf Liebe und Beziehung?
Ein anderer Satz könnte sein:
„ICH BIN in der Lage, eine erfüllte Beziehung zu führen.“
Er spricht Dein Vertrauen in Deine eigene Beziehungsfähigkeit an: Was kann ich?
Oder:
„ICH BIN es wert, geliebt und respektiert zu werden.“
Dieser Satz berührt Deinen Selbstwert: Was bin ich wert?
Keiner dieser Sätze bestimmt, was ein anderer Mensch fühlt oder tut. Sie sprechen von unterschiedlichen inneren Seiten, die Du selbst in eine Beziehung mitbringst.
Deshalb sind sie nicht austauschbar. Und sie bilden keine drei Schritte, die jeder Mensch nacheinander gehen muss.
Welche Ebene für Dich und Deinen Wunsch Bedeutung hat, lässt sich nicht allein daran erkennen, dass Du Dir Liebe oder eine Beziehung wünschst.
Mehr über diese Unterscheidung findest Du auf der Seite Die drei Ebenen der Wunderin-Methode.
Du musst Dich nicht erst vollständig selbst lieben
„Du musst Dich erst selbst lieben, bevor Dich jemand anderes lieben kann.“
Dieser Satz soll häufig Mut machen. Doch er kann auch das Gegenteil bewirken.
Denn dann wird Selbstliebe unversehens zu einer Voraussetzung, die Du erst erfüllen musst, bevor Du Liebe erfahren darfst.
Aber Du musst nicht erst vollkommen mit Dir im Reinen sein, um liebenswert zu sein.
Ein anderer Mensch kann Dich aufrichtig lieben, auch wenn Du selbst manchmal an Dir zweifelst. Seine Zuneigung kann Dich berühren, tragen und Dir sogar helfen, Seiten an Dir wiederzuentdecken, die Du selbst gerade kaum sehen kannst.
Liebe zwischen zwei Menschen ist keine Belohnung für vollendete innere Arbeit.
Und zugleich kann die Beziehung zu Dir selbst beeinflussen, wie Du Dich in einer Partnerschaft bewegst: ob Du mit Deinen Bedürfnissen sichtbar bleibst, wie Du mit Dir umgehst und welchen Umgang Du für Dich als selbstverständlich empfindest.
Selbstliebe kann Beziehungen begleiten und mitprägen. Sie ersetzt jedoch nicht die Liebe, die tatsächlich zwischen zwei Menschen entsteht.
Wenn Dein gegenwärtiges Thema vor allem Deine Beziehung zu Dir selbst berührt, findest Du im Artikel Affirmationen für Selbstliebe und Selbstwert die dafür eigene Perspektive.
KERNIMPULS
Selbstliebe kann Deine Beziehungen beeinflussen.
Sie ersetzt weder die Liebe eines anderen Menschen noch macht sie Dich für dessen Verhalten verantwortlich.
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Wenn eine Beziehung nicht trägt
Manchmal kann eine veränderte innere Haltung dazu beitragen, dass sich auch eine Beziehung verändert.
Vielleicht wird ein Gespräch möglich, das lange vermieden wurde. Vielleicht kannst Du Nähe wieder zulassen, klarer sagen, was Du brauchst, oder anders auf eine vertraute Situation reagieren.
Doch nicht jede Beziehung lässt sich von innen heraus heilen.
Eine Affirmation kann fehlenden Respekt nicht in Respekt verwandeln. Sie macht Unehrlichkeit nicht vertrauenswürdig und eine verletzende Situation nicht gesund.
Was eine Beziehung gemeinsam braucht, kann ein Satz nicht für zwei Menschen leisten.
Manchmal führt innere Veränderung deshalb nicht dazu, eine Beziehung um jeden Preis zu bewahren. Sie kann ebenso sichtbar machen, was Du nicht mehr allein tragen möchtest.
Auch das kann eine Bewegung in Richtung Liebe sein.
Welcher Satz gehört zu Deinem Wunsch?
Vielleicht möchtest Du Dich für eine neue Beziehung öffnen.
Vielleicht möchtest Du in einer bestehenden Beziehung wieder mehr Nähe erleben. Dich zeigen, ohne Dich zu verlieren. Deinen Bedürfnissen vertrauen. Nach einer Enttäuschung wieder an Liebe glauben. Oder erkennen, was Du in einer Beziehung wirklich leben möchtest.
Das gemeinsame Thema ist Liebe.
Doch die persönliche Bedeutung Deines Wunsches kann eine ganz andere sein.
Die Wunderin-Methode sucht deshalb nicht nach dem einen Beziehungssatz, der für alle Menschen richtig ist. Sie fragt, welches eigene Selbstwissen zu Dir, zu Deinem Wunsch und zu der inneren Ebene gehört, auf der Deine persönliche Antwort liegt.
Dieses Selbstwissen erhält in Deinem persönlichen ICH BIN-Satz seine heutigen Worte.
Wenn Du diesen Satz für Deinen eigenen Beziehungswunsch finden möchtest, erfährst Du hier mehr über den persönlichen ICH BIN-Satz.
Allgemeine Sätze können Dir zugleich als erste Inspiration begegnen. Zum Beispiel:
Weitere Beispiele findest Du im Artikel 21 ICH BIN Affirmationen als Inspiration.
Liebe bleibt Begegnung
Du kannst verändern, wie Du Dich selbst in einer Beziehung erlebst.
Du kannst Dich öffnen, aussprechen, entscheiden, Grenzen ziehen und wieder Vertrauen wagen. Du kannst erkennen, was Du geben möchtest – und was Du selbst brauchst.
Aber eine Beziehung entsteht erst dort, wo ein anderer Mensch darauf antwortet.
Eine Affirmation verspricht Dir nicht, wer Dir begegnet, wer bleibt oder wer Dich liebt.
Sie kann Dich jedoch dabei begleiten, Dich selbst nicht zu verlieren, während Du Dich nach Liebe sehnst.
Du darfst Deinen Teil gestalten.
Und Liebe ist nicht etwas, das Du allein richtig machen musst.