Die Wunderin sucht den richtigen Satz nicht in der Zukunft.
Sie fragt nicht: Wer möchtest Du irgendwann sein?
Sie schaut auf die Gegenwart. Auf das ICH BIN. Auf eine Qualität, die bereits da ist und den Wunsch tragen kann, der in Erfüllung gehen soll.

Die Wunderin-Methode bringt diese Qualität in einen Satz. Ein stimmiges Gefühl zeigt, ob der Satz richtig ist.
Und noch genauer betrachtet, ist dieses stimmige Gefühl nicht nur die Bestätigung des Satzes.
Es ist seine Quelle.
Genau das nennt die Wunderin Erinnerung.
Dabei geht es nicht um das Erinnern eines fertig formulierten Satzes, der irgendwo gespeichert liegt.
Die Frage ist vielmehr:
Was ist dieses innere Wissen, das sich heute in einem einfachen Satz ausdrücken lässt?
Woher könnte es kommen? Und was hat es mit der Erfüllung eines Wunsches zu tun?
Der Satz bringt mehr mit als ein Ziel
Eine klassische Zielaussage beschreibt, was ein Mensch in der Zukunft erreichen möchte.
Eine ICH-BIN-Affirmation bringt dieses zukünftige Ziel sprachlich in die Gegenwart.
Die Wunderin-Methode geht noch einen Schritt tiefer.
Sie fragt nach der inneren Kraft, die zu diesem Wunsch gehört und bereits da ist.
Ein persönlicher ICH-BIN-Satz nach der Wunderin-Methode formuliert deshalb nicht nur, wohin ein Mensch möchte.
Er bringt in Sprache, was bereits vorhanden ist und auf dem Weg zu diesem Ziel zur Verfügung stehen kann.
Woher kommt diese innere Kraft?
Wenn eine Qualität bereits vorhanden ist, bevor sie in einen Satz gefasst wird, stellt sich eine entscheidende Frage:
Seit wann ist sie da?
Die Wunderin-Methode basiert darauf, dass diese innere Kraft nicht erst mit einem aktuellen Wunsch entsteht.
Warum wünscht sich ein Mensch beispielsweise Freiheit in seinen Entscheidungen?
Hat er niemals in seinem Leben frei entschieden?
Oder gehört die Fähigkeit, frei zu denken, zu entscheiden oder sich innerlich auszurichten vielleicht längst zu ihm – auch wenn sie im gegenwärtigen Leben kaum noch erreichbar scheint?
Dasselbe gilt für Kraft, Mut, Vertrauen, Selbstverständlichkeit oder die Erfahrung: Ich kann.
Hier lohnt sich ein Blick auf unsere frühe Entwicklung.
Denn lange bevor wir uns mit Lebensläufen, Erwartungen anderer oder ausgefeilten Erklärungen über uns selbst beschreiben, entwickeln wir bereits Vorstellungen davon, wer wir sind und was wir können.
Die Entwicklungspsychologie spricht dabei vom entstehenden Selbstkonzept.
Und genau dort beginnt unsere Suche nach der Herkunft dessen, was die Wunderin Erinnerung nennt.
Ein Mensch weiß früh etwas über sich
Schon in der Kindheit entwickeln wir Vorstellungen davon, wer wir sind, was wir können und wie wir uns selbst erleben.
Dieses frühe Selbstwissen ist noch nicht so differenziert wie das Selbstbild eines Erwachsenen, wie die Arbeiten des Entwicklungspsychologen Andrei Cimpian und seiner Kollegen zeigen.
Kinder beschreiben sich zunächst eher über Eigenschaften und Fähigkeiten. Sie sagen sinngemäß: Ich bin schnell. Ich kann klettern. Ich bin mutig. Ich kann das. Ich bin wertvoll.
Mit zunehmendem Alter verändert sich diese Art, über sich selbst zu denken.
Das Selbstbild wird differenzierter. Erfahrungen kommen hinzu. Rückmeldungen anderer werden wichtiger. Kinder beginnen stärker zu vergleichen, Unterschiede wahrzunehmen und ihre eigenen Fähigkeiten anders einzuschätzen.
Auch Langzeituntersuchungen von Herbert Marsh, Rhonda Craven und Robyn Debus zeigen, dass sich diese Vorstellungen im Laufe der Kindheit weiterentwickeln.
Aus einem einfachen „Ich kann das“ kann so mit der Zeit ein sehr viel komplexeres Wissen darüber werden, was man kann, wann man es kann, wie gut man darin ist – und wie man im Vergleich zu anderen abschneidet.
Die frühe Selbstverständlichkeit verschwindet dadurch nicht zwingend.
Aber sie bekommt Gesellschaft.
Von Erfahrungen. Bewertungen. Vergleichen. Erwartungen. Und von all den Erklärungen, die wir im Laufe unseres Lebens darüber entwickeln, wer wir sind.
Was hat das mit einem Wunsch zu tun?
Ein Wunsch zeigt, dass etwas im eigenen Leben anders werden soll.
Die Wunderin schaut dabei nicht nur auf das gewünschte Ergebnis.
Sie fragt, welche innere Qualität diesen Wunsch überhaupt tragen kann.
Denn ein Wunsch nach Freiheit braucht etwas anderes als ein Wunsch nach Sicherheit.
Ein Wunsch nach Erfolg etwas anderes als ein Wunsch nach Nähe.
Und selbst bei zwei Menschen mit demselben Wunsch können ganz unterschiedliche Qualitäten, Werte oder innere Einstellungen für seine Erfüllung bedeutsam sein.
Für die Wunderin-Methode bedeutet das: Ein Ziel allein sagt noch nicht, welche innere Qualität für seine Erfüllung wichtig ist.
Der Wunsch wird dadurch zu mehr als einem Ziel.
Er wird zu einem Hinweis.
Zu einem Hinweis darauf, welche innere Kraft im eigenen Leben wieder Bedeutung bekommen möchte.
Fazit
Im Rahmen der Wunderin-Methode ist Erinnerung der Zugang zu einer inneren Qualität, die bereits da war, bevor spätere Erfahrungen, Bewertungen und Schutzstrategien das Selbstbild komplexer gemacht haben.
Der persönliche ICH-BIN-Satz gibt dieser wiedergefundenen Qualität eine heutige sprachliche Form.
Dieser Satz liegt nicht fertig gespeichert irgendwo in der Vergangenheit.
Er liegt unter dem, was wir im Laufe des Lebens über uns gelernt, übernommen und zum Schutz entwickelt haben.
Wie der Satz, die Ebene, auf der er ansetzt, und seine Verankerung zusammenspielen, zeige ich Dir im nächsten Artikel.
Quellen
Cimpian, A., Hammond, M. D., Mazza, G. & Corry, G. (2017): Young Children’s Self-Concepts Include Representations of Abstract Traits and the Global Self. Child Development, 88(6), 1786–1798.
Marsh, H. W., Craven, R. G. & Debus, R. (1998): Structure, Stability, and Development of Young Children’s Self-Concepts: A Multicohort-Multioccasion Study. Child Development, 69(4), 1030–1053.
Über die Autorin
Die Wunderin ist Gründerin und Entwicklerin der Wunderin®-Methode.
Sie entwickelt präzise ICH-BIN-Affirmationen für Menschen, die spüren: Da wartet noch mehr auf mich – eine Veränderung, ein nächster Karriereschritt oder einfach mehr Zufriedenheit.
Die Wunderin®-Methode verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit einem eigenen Ansatz, um für persönliche Ziele präzise Sätze zu finden, die innerlich tragen und wirken können.
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