Du hast einen Fehler gemacht.
Vielleicht ärgerst Du Dich. Vielleicht bist Du enttäuscht von Dir. Vielleicht weißt Du längst, was Du beim nächsten Mal anders machen möchtest.
In diesem Moment können zwei sehr unterschiedliche Fragen auftauchen:
Wie begegnest Du Dir jetzt?
Und verändert dieser Fehler etwas daran, wie wertvoll Du Dich erlebst?
Die erste Frage berührt Deine Selbstliebe. Die zweite Deinen Selbstwert.
Beides gehört zu Deiner Beziehung zu Dir selbst. Und doch ist es nicht dasselbe.
Selbstliebe zeigt sich darin, wie Du Dir begegnest
Selbstliebe bedeutet nicht, alles an Dir gut finden zu müssen.
Sie bedeutet auch nicht, dass Du keine Zweifel mehr hast, Dich nie über Dich selbst ärgerst oder jede Deiner Entscheidungen richtig findest.
Selbstliebe zeigt sich vielmehr in der Art, wie Du mit Dir umgehst. Ob Du Dir mit Wohlwollen begegnest. Ob Du Deine Bedürfnisse ernst nimmst. Ob Du Dir auch dann zuhörst, wenn etwas schwierig geworden ist.
Du kannst einen Fehler eingestehen und Verantwortung übernehmen, ohne Dich dafür innerlich zu verurteilen. Du kannst etwas an Dir verändern wollen, ohne Dich bis dahin abzulehnen.
Selbstliebe verlangt keine vollkommene Zufriedenheit mit Dir selbst.
Sie lässt Dich an Deiner eigenen Seite bleiben.
Selbstwert berührt eine andere Frage
Selbstwert beschreibt, wie Du Deinen eigenen Wert erlebst.
Er fragt nicht zuerst:
Was habe ich geleistet?
Wie sehen andere mich?
Was habe ich richtig oder falsch gemacht?
Die innere Grundfrage des Selbstwertes lautet:
Was bin ich wert?
Vielleicht weißt Du, dass Du etwas kannst – und zweifelst trotzdem daran, ob Du eine große Chance, eine liebevolle Beziehung oder wirkliche Anerkennung wert bist.
Vielleicht gehst Du freundlich und verständnisvoll mit Dir selbst um – und machst Dich dennoch kleiner, sobald es darum geht, etwas anzunehmen, das Dir viel bedeutet.
Dort geht es nicht mehr allein darum, wie liebevoll Du Dir begegnest.
Dort ist Dein Wert berührt.
KERNIMPULS
Selbstliebe zeigt sich darin, wie Du Dir begegnest. Selbstwert beschreibt, wie Du Deinen eigenen Wert erlebst.
Selbstwert ist keine Erlaubnis
Selbstwert wird häufig damit verbunden, was Du Dir erlaubst oder zugestehst.
Doch Dein Wert entsteht nicht erst dadurch, dass Du Dir etwas gestattest.
Du kannst Dir eine Pause erlauben. Du kannst Dir einen Wunsch erfüllen. Du kannst Dir auch etwas verbieten. All das sind Entscheidungen und Handlungen.
Dein Wert liegt davor.
In der Wunderin-Methode bedeutet Selbstwert deshalb nicht:
„Natürlich darf ich das.“
Die Grundbotschaft lautet:
Natürlich bin ich das wert.
Das ist ein wesentlicher Unterschied. Du erzeugst Deinen Wert nicht durch eine innere Erlaubnis. Und Du verlierst ihn nicht, weil Du Dir etwas noch nicht zutraust, eine Möglichkeit nicht ergreifst oder eine Entscheidung später bereust.
Ein Fehler kann den Unterschied sichtbar machen
Stell Dir noch einmal vor, Du hast einen Fehler gemacht.
Selbstliebe zeigt sich vielleicht in dem Satz:
„Ich kann ehrlich hinsehen, ohne mich dafür niederzumachen.“
Selbstwert zeigt sich in einer anderen Gewissheit:
„Dieser Fehler macht mich als Menschen nicht weniger wertvoll.“
Beides kann sich gegenseitig stärken. Wenn Du Deinen Wert nicht von jedem Ergebnis abhängig machst, kann es leichter werden, Dir auch in schwierigen Momenten freundlich zu begegnen.
Und wenn Du lernst, Dich nicht bei jeder Enttäuschung innerlich zu verlassen, kann Dein eigener Wert wieder deutlicher spürbar werden.
Trotzdem bleibt die Unterscheidung wichtig.
Denn eine Affirmation, die Deine liebevolle Haltung zu Dir selbst anspricht, beantwortet nicht automatisch eine Frage des Selbstwertes.
Selbstliebe ist ein Thema – keine vierte innere Ebene
Die Wunderin-Methode unterscheidet drei innere Ebenen: Haltung, Kompetenz und Selbstwert.
Selbstliebe steht nicht als vierte Ebene daneben. Sie ist ein Themenbereich, der jede der drei Ebenen berühren kann.
Eine Affirmation für Selbstliebe kann deshalb ganz Unterschiedliches ausdrücken:
- Haltung: ICH BIN liebevoll mit mir.
- Kompetenz: ICH BIN in der Lage, für mich einzustehen.
- Selbstwert: ICH BIN es wert, respektiert zu werden.
Alle drei Sätze können für die Beziehung zu Dir selbst von Bedeutung sein.
Doch sie sagen nicht dasselbe.
Der erste beschreibt, wie Du Dir begegnest. Der zweite spricht Dein Vertrauen in die eigene Fähigkeit an. Der dritte berührt Deinen Wert und Deine Würdigkeit.
Auf der Seite über die drei inneren Ebenen der Wunderin-Methode findest Du diese Unterschiede ausführlicher erklärt.
KERNIMPULS
Selbstliebe ist ein Thema. Selbstwert ist eine innere Ebene. Deshalb ist nicht jede Affirmation für Selbstliebe automatisch eine Affirmation auf der Selbstwertebene.
Warum ein guter Satz trotzdem an Deinem Thema vorbeigehen kann
Vielleicht suchst Du nach einer Affirmation für mehr Selbstliebe und findest den Satz:
ICH BIN liebenswert.
Dieser Satz kann Dich berühren. Vielleicht öffnet er etwas, das lange kaum Worte hatte.
Vielleicht liegt Dein eigentliches Thema jedoch an einer anderen Stelle. Du weißt möglicherweise, dass Du liebenswert bist – und traust Dir dennoch nicht zu, für Dich einzustehen. Oder Du kannst sehr gut für Dich sorgen, zweifelst aber daran, ob Du Respekt, Glück oder eine erfüllte Beziehung wirklich wert bist.
Dann ist „ICH BIN liebenswert“ kein schlechter oder falscher Satz.
Er beantwortet nur eine andere innere Frage.
Deshalb ist die passendste Affirmation nicht automatisch diejenige, die das Thema am offensichtlichsten benennt. Entscheidend ist, was der Satz in Dir tatsächlich anspricht.
Wie unterschiedlich Affirmationen ansetzen können, erfährst Du auch im Artikel Wie Affirmationen wirken – und warum nicht jeder Satz jeden Menschen erreicht.
Allgemeine Affirmationen können einen ersten Zugang öffnen
Eine allgemeine ICH BIN-Affirmation kann Dir neue Worte anbieten. Sie kann einen Gedanken in Deinen Alltag holen oder Dich mit einer Seite Deiner selbst in Berührung bringen, der Du wieder mehr Raum geben möchtest.
Bei diesen allgemeinen ICH BIN Impulsen wird die innere Ebene bewusst gewählt. Anschließend entsteht ein Satz für ein gemeinsames Thema, der vielen Menschen begegnen kann.
Ein persönlicher ICH BIN-Satz entsteht anders.
Er wird nicht dadurch persönlich, dass Du im Voraus entscheidest: „Für mein Thema brauche ich Selbstwert.“ Er entwickelt sich aus Deinem Ziel, den drei Wunderin-Fragen und einem eigenen früheren Selbstwissen, das für dieses Ziel wieder Bedeutung bekommt.
Die innere Ebene wird dabei mitgeliefert. Sie zeigt sich in dem, woran Du Dich erinnerst – als Haltung, Kompetenz oder Selbstwert.
Mehr über diesen Weg findest Du beim persönlichen ICH BIN-Satz.
Dein Wert wartet nicht am Ende Deiner Veränderung
Vielleicht möchtest Du selbstbewusster werden. Freundlicher mit Dir sprechen. Dich weniger vergleichen. Klarer für Dich einstehen oder aufhören, Deinen Wert von der Anerkennung anderer abhängig zu machen.
All das darf sich entwickeln.
Doch Dein Wert ist nicht die Belohnung dafür, dass Dir diese Veränderung gelingt.
Er wächst nicht an den Tagen, an denen Du stark, erfolgreich oder zufrieden mit Dir bist. Und er verschwindet nicht in den Momenten, in denen Du zweifelst, scheiterst oder noch keinen Weg siehst.
Vielleicht beginnt Selbstliebe genau dort:
Du brauchst nicht alles an Dir zu lieben, um Dir selbst liebevoll zu begegnen.
Und Du brauchst Deinen Wert nicht erst zu verdienen, um ihn in einem Satz wiederzufinden.
ICH BIN-Impulse für Selbstliebe und Selbstwert
- ICH BIN es wert glücklich zu sein
- ICH BIN in der Lage mich stetig zu verbessern
- ICH BIN attraktiv
- ICH BIN genug
- ICH BIN fähig stark zu sein
- ICH BIN perfekt für diese Aufgabe
- ICH BIN wertvoll
- ICH BIN kraftvoll
- ICH BIN selbstbewusst
- ICH BIN liebenswert
- ICH BIN gegenwärtig
- ICH BIN würdig
- ICH BIN beschenkt
- ICH BIN ich
- ICH BIN ein Geschenk für die Welt
- ICH BIN perfekt, so wie ich bin