Du weißt, was Du Dir wünschst.
Doch sobald aus diesem Wunsch eine Affirmation werden soll, scheint plötzlich jedes Wort wichtig zu sein:
Soll der Satz in der Gegenwart stehen?
Wie kurz sollte er sein?
Darf er etwas enthalten, das sich noch nicht vollkommen wahr anfühlt?
Und woran erkennst Du, ob eine Affirmation wirklich zu Dir passt?
Für eine gute Affirmation gibt es einige hilfreiche Grundsätze. Sie geben Deinem Wunsch eine klare sprachliche Form.
1. Eine Affirmation steht in der Gegenwart
Ein Wunsch beschreibt etwas, das Du erreichen, erleben oder verändern möchtest.
Zum Beispiel:
Ich möchte selbstbewusster auftreten.
Eine Affirmation gibt diesem Wunsch eine gegenwärtige innere Form:
Ich bin ruhig und klar.
Oder:
Ich bin in der Lage, meine Meinung sicher zu vertreten.
Die Gegenwartsform behauptet nicht, dass alles Gewünschte bereits vollständig eingetreten ist. Sie verändert vielmehr die Blickrichtung des Satzes.
Die Affirmation beschreibt nicht nur, was irgendwann anders werden soll. Sie richtet den Blick auf eine innere Haltung, eine Fähigkeit oder einen Wert, der heute Bedeutung bekommen darf.
2. Formuliere, was Raum gewinnen soll
Manche Sätze bleiben sprachlich eng mit dem verbunden, was eigentlich verschwinden soll.
Zum Beispiel:
Ich habe keine Angst mehr.
Der Satz nennt zwar das gewünschte Ende der Angst. Im Mittelpunkt steht jedoch weiterhin die Angst.
Eine andere Formulierung könnte lauten:
Ich bin sicher.
Oder:
Ich bin in der Lage, meinen Weg mutig zu gehen.
Es geht dabei nicht um ein starres Verbot von Verneinungen. Entscheidend ist die Richtung des Satzes:
Was soll in Deinem Erleben stärker, vertrauter oder selbstverständlicher werden?
Genau dafür darf die Affirmation Worte finden.
3. Ein Satz trägt am besten ein klares Thema
Manchmal soll eine einzige Affirmation gleich mehrere Wünsche aufnehmen:
Ich bin erfolgreich, gesund, wohlhabend, glücklich und führe eine liebevolle Beziehung.
Dieser Satz enthält vieles, was für ein erfülltes Leben stehen kann. Doch gerade dadurch verliert er seinen Mittelpunkt.
Welcher Wunsch ist im Augenblick wirklich wichtig?
Vielleicht lautet der Satz:
Ich bin erfolgreich.
Vielleicht:
Ich bin gesund.
Oder:
Ich bin geliebt.
Ein klarer Satz gibt einem Gedanken Raum. Er versucht nicht, das ganze Leben auf einmal zu verändern.
4. Eine gute Affirmation ist einfach – aber nicht beliebig
Kurze Affirmationen lassen sich leicht erfassen und wiederholen.
Doch Kürze allein macht einen Satz noch nicht passend.
Ich bin glücklich ist ein einfacher Satz. Für manche Menschen kann er genau richtig sein. Für andere bleibt er zu weit, zu allgemein oder innerlich ohne Verbindung zum eigentlichen Wunsch.
Ein längerer Satz kann wesentlich präziser sein:
Ich bin in der Lage, für meine Bedürfnisse einzustehen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
Wie wenige Wörter darf meine Affirmation haben?
Sondern:
Welche Worte bringen das Wesentliche klar zum Ausdruck?
Ein Satz darf so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig sein.
5. ICH BIN kann unterschiedliche innere Ebenen ansprechen
Hinter demselben Wunsch können sehr unterschiedliche innere Fragen liegen.
Stell Dir vor, Du möchtest Deine Meinung in einem wichtigen Gespräch sicher vertreten.
Eine Affirmation könnte Deine Haltung ansprechen:
Ich bin ruhig und klar.
Sie könnte Deine Kompetenz ansprechen:
Ich bin in der Lage, meine Meinung sicher zu vertreten.
Oder sie könnte Deinen Selbstwert berühren:
Ich bin es wert, gehört zu werden.
Alle drei Sätze sind positiv und gegenwärtig formuliert. Trotzdem sagen sie nicht dasselbe.
Die Wunderin unterscheidet deshalb zwischen den drei inneren Ebenen Haltung, Kompetenz und Selbstwert.
Ein Satz wird nicht allein dadurch präzise, dass jedes Wort richtig gewählt ist. Er gewinnt an Bedeutung, wenn er die innere Ebene erreicht, auf der die persönliche Antwort liegt.
6. Beim Finden ist Dein Gefühl ein wichtiger Hinweis
Eine allgemeine Affirmation wird bewusst formuliert oder aus vorhandenen Sätzen ausgewählt. Deshalb ist es wichtig, beim Finden darauf zu achten, wie Du auf den Satz reagierst.
Er muss sich nicht sofort vollständig wahr anfühlen.
Vielleicht ist er noch ungewohnt. Vielleicht öffnet er eine Möglichkeit, die bisher wenig Raum hatte. Vielleicht braucht es einen Moment, bis Du spürst, was der Satz in Dir berührt.
Löst eine Affirmation jedoch ein stark negatives Gefühl oder eine deutliche innere Ablehnung aus, ist das ein klares Zeichen:
Diese Affirmation passt in dieser Form nicht zu Dir.
Dann geht es nicht darum, die Ablehnung mit noch mehr Wiederholung zu überwinden. Vielleicht ist der Satz zu groß. Vielleicht spricht er nicht die richtige innere Ebene an. Vielleicht sind es schlicht nicht Deine Worte.
Das Gefühl hilft Dir in diesem Moment, die Passung zu prüfen.
KERNIMPULS
Eine gute Affirmation darf neu sein. Aber sie sollte sich nicht fremd anfühlen.
Beim Hören darf das Gefühl sein, wie es ist
Ist eine passende Affirmation gefunden, verändert sich die Aufgabe des Gefühls.
Beim späteren Sprechen oder Hören brauchst Du kein bestimmtes Gefühl zu erzeugen. Du musst Dich nicht jeden Tag stark, glücklich oder tief berührt fühlen, damit Dein Satz Bedeutung besitzt.
An manchen Tagen erreicht er Dich unmittelbar.
An anderen hörst Du ihn ruhig und beinahe beiläufig.
Beides darf sein.
Das Gefühl beim Finden hilft Dir zu erkennen, ob eine allgemeine Affirmation zu Dir passt. Das Gefühl beim späteren Hören ist dagegen weder Voraussetzung noch Wirkungsnachweis.
KERNIMPULS
Beim Finden prüft das Gefühl die Passung. Beim Hören darf das Gefühl sein, wie es ist.
Formal richtig ist noch nicht persönlich präzise
Mit den Grundregeln dieses Artikels kannst Du eine klare, gegenwärtige und stimmige Affirmation formulieren.
Doch auch eine handwerklich gute Affirmation entsteht zunächst aus Deinem bewussten Wunsch und den Worten, die Du dafür auswählst.
Ein persönlicher ICH BIN-Satz nach der Wunderin-Methode nimmt einen anderen Weg. Er wird nicht allein aus einer möglichst passenden Formulierung entwickelt. Er gibt einem eigenen Selbstwissen heutige Worte, das für Deinen Wunsch wieder Bedeutung bekommen kann.
Das macht allgemeine Affirmationen nicht falsch oder wertlos.
Es ist ein anderer Weg und eine andere Tiefe der Präzisierung.
Welche Worte passen zu Deinem Wunsch?
Eine gute Affirmation ist kein möglichst eindrucksvoller positiver Satz.
Sie gibt Deinem Wunsch eine klare gegenwärtige Stimme.
Sie darf einfach sein, aber nicht beliebig.
Sie darf neu sein, aber nicht fremd.
Und sie darf genau die innere Ebene ansprechen, auf der Dein Wunsch für Dich persönlich Bedeutung besitzt.
Wenn Du diesen Weg an einem eigenen Wunsch Schritt für Schritt ausprobieren möchtest, lernst Du im Webinar „Affirmationen, die wirklich wirken“, wie Du eine klare, gegenwärtige und stimmige Affirmation formulierst, prüfst und anwendest.